Fußball ganz entspannt

Walking Football für Senior:innen und Gehbeeinträchtigte
Fußball für alle: Beim Walking Football ist jede:r willkommen
#sportswow #gesellschaftswow
    © Artur Verkhovetskiy, Depositphotos

      Raus aus der sozialen Isolation, rein in die Bewegung: Der inklusive Trendsport Walking Football ist eine softere Variante des klassischen Fußballs, die besonders ältere Menschen ansprechen soll und der physischen und psychischen Gesundheit dient.

      Wenn im Fußball von „alten Herren“ oder „alten Damen“ die Rede ist, dann geht es dabei meist um Spieler:innen in ihren Dreißigern, manche haben die 40 eventuell überschritten. Wer deutlich älter ist, kommt im Profisport vielleicht als Trainer:in unter oder im Vereinsvorstand. Dabei ist die Begeisterung für den aktiven Sport bei vielen Senior:innen ungebrochen.
      Doch natürlich funktioniert manches nicht mehr so wie in jungen Jahren. Fußball ist ein Laufsport, ein Profi legt pro Spiel etwa zehn Kilometer im gemäßigten Tempo zurück und einen Kilometer im Sprint. Bei den Amateur:innen mag es weniger sein, aber doch immer noch eine Menge. Das schaffen ab einem bestimmten Alter nur noch die wenigsten.
      Die Lösung für betagte Fußballbegeisterte: Walking Football.

      Jede:r ist willkommen

      Nomen omen est: Hier wird gegangen, nicht gerannt. Ein Team besteht in der Regel aus sechs Spieler:innen, es gibt weder Torwart:in noch Abseits, der Ball wird maximal hüfthoch gespielt, harter körperlicher Kontakt und Fouls sind verboten. Neben Senior:innen können daher auch Menschen mit Gehbeinträchtigungen oder Fußballanfänger:innen dabei sein: Jede:r ist willkommen. Ebenfalls möglich und erwünscht sind gemischtgeschlechtliche Teams.

      Bislang ein relativ unbekannter Sport, wird er seit einigen Jahren immer beliebter. Erstmals gespielt wurde diese Geh-Variante des klassischen Fußballs 2011 in Chesterfield, England. Mittlerweile gibt es dort bereits rund 1.000 aktive Teams. Wie viele genau es hierzulande sind, ist nicht ganz klar. Allerdings sind bereits vier Bundesliga-Vereine im Walking Football aktiv: FC Schalke 04, Bayer 04 Leverkusen, Werder Bremen und der VfL Wolfsburg.

      Altwerden ist nichts für Feiglinge

      Dass der gelenkschonende Ü50-Sport eine gesundheitsfördernde Wirkung hat, ermittelte 2018 ein Masterstudent an der Uni Kiel. Entscheidend sei dabei nicht allein der positive Einfluss der Bewegung auf das Herz-Kreislauf-System, sondern auch der Aspekt Geselligkeit. Die psychische Ausgeglichenheit profitiere vom Gemeinschaftsgefühl, vom Zusammensitzen nach dem Training, von Turniererlebnissen und nicht zuletzte von Erfolgen.

      „Old age is no place for sissies“ (etwa „Altwerden ist nichts für Feiglinge“) soll einst Hollywood-Diva Mae West geäußert haben, vielleicht auch ihre Kollegin Bette Davis. Wer auch immer Urheberin jener Weisheit war: Wenn man diesen Lebensabschnitt nicht allein bestreiten muss, sondern ihm Seite an Seite mit Sportsfreund:innen spielerisch begegnen kann, ist die Frage nach dem Alter eine untergeordnete.

       

      Quellen und weiterführende Links:
      https://www.taz.de/Walking-Football-verbreitet-sich/!5808773/
      https://www.fvm.de/walking-football/
      https://www.dfl.de/de/fans/pfiff/foerderung-und-projekte/walking-football-league/
      https://www.n-tv.de/wissen/Wie-viele-Kilometer-laufen-Profi-Fussballer-article18507711.html

      Bildquelle: © Artur Verkhovetskiy, Depositphotos