Müll einfach aufessen?

Designerin entwickelt essbare Verpackung
Designerin entwickelt Lebensmittelverpackung zur Reduzierung von Müll
#nahrungswow #verpackungswow
    © Amelie Graf

      Müll, Müll, überall Müll. Wir lesen davon, wir sehen ihn, wir produzieren ihn. Und dennoch wissen wir nicht so richtig, wie wir die schiere Menge verringern und unseren Lebensalltag abfallreduziert anpassen können. Eine Regensburger Produktdesignerin hat da so eine Idee.

      Unverpackt-Läden sind zum Glück keine Seltenheit mehr. Was zur Zeit unserer (Groß-)Eltern noch Usus war, nämlich Korb und Beutel mitzunehmen und das Gros unserer Einkäufe lose zu kaufen, ist heute Lifestyle.
      Dennoch finden sich diese Geschäfte vorwiegend im urbanen Raum, auch tun Supermärkte und Discounter nicht so richtig etwas dafür, um der abfallreduzierten Lebensweise auf die Sprünge zu helfen. Unverpackt einzukaufen bleibt bislang eine Nischenhandlung.

      Genau da setzt die Idee einer jungen Frau aus Regensburg an. Ursprünglich für ihre Masterarbeit an der Universität der Künste Berlin (UdK) forschte sie zum Thema „Materie und Materialität“. Was mit Proben am Stein begann, führte sie über das Erforschen von Bindemitteln zu der Erfindung einer ess- und kompostierbaren Verpackung (ohne Stein, versteht sich).

      Essbare Verpackung – ist das nicht eklig?

      Klar, Verpackungen um unsere Lebensmittel sollen nicht nur vor Feuchtigkeit schützen, die Ware frisch- und die abgepackte Menge beisammenhalten. Sie haben schließlich auch den Sinn, Verschmutzungen von dem, womit wir uns ernähren, fernzuhalten.
      Da auf die Idee zu kommen, ebendiese Schutzhülle zu sich zu nehmen, mag zunächst Widerstände auslösen.

      Dieses Problem wird bei Amelie Graf insofern umgangen, dass ihre „Meal Bag“ mitgekocht werden muss, um genießbar zu sein. Grund dafür ist die enthaltene Stärke aus Mais sowie die Ballaststoffe aus Cellulosefasern.
      Graf rät im Übrigen selbst, die Verpackung vor der Zubereitung gründlich zu waschen.

      Falls es nicht schmeckt: Einfach in den Biomüll

      Natürlich ist diese Verpackung nicht des Rätsels Lösung – nur trockene Lebensmittel wie Nudeln, Reis, Getreide und Hülsenfrüchte sind geeignet –, doch ein großer Schritt in die richtige und vor allem dringend notwendige Richtung ist diese völlig kompostierbare Verpackungsmöglichkeit allemal.

      Amelie Graf möchte ihre Erfindung im Juli 2022 auf der Handwerksmesse in München vorstellen – tageswow.de wünscht ihr mutige Investor:innen, die das Potenzial dieser Entwicklung erkennen und sie fördern. Damit auch diejenigen, die in ihrem Umkreis nur auf Supermärkte und Discounter zurückgreifen können, eine Chance haben, müllreduziert zu leben.

       

      Quelle:
      merkur.de/bayern/regensburg/regensburg-designerin-meal-bag-verpackung-essen-nachhaltig-umwelt-innovation-91363622.html?utm_medium=Social&utm_source=Facebook#Echobox=1645527979 (22.02.2022)
      ameliegraf.de/ (23.02.2022)

      Bildquelle: © Amelie Graf