Sierra Leone schafft Todesstrafe ab

Urteile sollen in Haftstrafen umgewandelt werden
Der sierra-leonische Präsident Julius Maada Bio stimmt der Abschaffung der Todesstrafe zu.
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      Sierra Leone erkennt das Menschenrecht auf Leben an und schafft die Todesstrafe ab. Das hat das Parlament des westafrikanischen Staates kürzlich einstimmig beschlossen.

      Das Wahlkampfversprechen, das der heutige sierra-leonische Präsident Julius Maada Bio im Jahre 2018 gegeben hatte, wurde Ende Juli 2021 endlich eingelöst. Geschlossen stimmte das Parlament für die Streichung der Todesstrafe. Zuletzt war diese in Sierra Leone 1998 vollstreckt worden, als 24 Soldaten aufgrund ihrer Beteiligung an einem Putsch von einem Erschießungskommando hingerichtet wurden.

      Bis Ende 2020 saßen laut Amnesty International noch mindestens 94 Verurteilte in den Todeszellen. Es wird erwartet, dass ihre Urteile nun in lebenslange Haftstrafen umgewandelt werden. Das entsprechende Gesetz muss von Maada Bio noch unterzeichnet werden.

      Amnesty International begrüßt diesen historischen Schritt, mahnt aber gleichzeitig, dass es damit nicht getan sei. So forderte der Amnesty-Rechtsberater Oluwatosin Popoola kurz nach der Abstimmung einen entschiedenen Einsatz des Staates auch für das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie eine strikte Verfolgung der Vergehen, die von Polizei und Militär begangen werden.


      Quelle und weiterführende Links:
      https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/sierra-leone-schafft-todesstrafe-ab
      https://orf.at/stories/3222370/
      https://www.n-tv.de/politik/Sierra-Leone-schafft-Todesstrafe-ab-article22703958.html

      Bildquelle: © REUTERS