Aus Körperwärme wird Strom

Energiepotenziale des menschlichen Körpers nutzen
Schweißperlen auf der Stirn – wer schwitzt, strahlt Wärme ab
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    © Hans Reniers, Unsplash

      Wenn Sie sich das nächste Mal bewegen, bedenken Sie: Sie könnten Strom erzeugen. Wie? Mithilfe sogenannter thermoelektrischer Generatoren, kurz: TEG. Diese wandeln Körperwärme in elektrische Spannung um.

      Der menschliche Körper strahlt in etwa so viel Wärmeenergie ab wie eine 100-Watt-Glühbirne. Da diese Leuchtmittel nicht mehr zeitgemäß sind und nach wie vor neue Ideen zu nachhaltiger Energieproduktion gefordert, kommen TEG ins Spiel.
      Ein junges Schweizer Unternehmen leistet Pionierarbeit auf diesem Gebiet. Die Halbleiter ihrer TEG überwachen die Temperatur zweier Platten – eine für den Körper und eine für die Umgebung. Liegt ein Temperaturunterschied vor, wird dieser genutzt, um Spannung zu erzeugen, die wiederum angeschlossene Geräte mit Strom versorgen kann.

      Die Wissenschaft dahinter ist nicht neu. Der deutsche Physiker Thomas Johann Seebeck entdeckte bereits 1821, dass ein Temperaturunterschied zwischen zwei verschiedenen Halbleitern Spannung erzeugen kann. Seither wird getüftelt; sogenannte Wearables sind nur ein Ergebnis jahrelanger Forschung.
      Sowohl die Textilwissenschaft als auch die Weiterentwicklung tragbarer Geräte sowie immer effizientere Systeme zur Erzeugung elektrischer Spannung zeigen, dass TEG ein interessantes Angebot am Markt sein können. Nicht nur, aber gerade für solche Unternehmen, die nach Lösungen für erneuerbare Energien suchen.

      Das erwähnte Schweizer Unternehmen entwickelte zwei Konzepte dieser Art im Hinblick auf medizinische Geräte. Eine Methode, den menschlichen Körper zur Energiegewinnung zu nutzen, ist ein Armband, das Energie speichert, um ein externes Gerät aufzuladen. Bei einer anderen Lösung hingegen ist der Generator direkt in ein Gerät eingebaut, um es autark zu machen, zum Beispiel in ein Hörgerät oder einen Biosensor.

      Auch wenn die Branche noch in den Kinderschuhen steckt, bieten TEG eine praktikable erneuerbare Alternative zu Batterien, und die möglichen Anwendungen für Kleidung und Wearables sind scheinbar unendlich.

      Einen weiteren Artikel zum Thema Energiegewinnung durch Körperwärme finden Sie hier.

       

      Quelle und weiterführender Link:
      swissinfo.ch/ger/tecnologia_den-menschlichen-koerper-zur-stromerzeugung-nutzen/46538964
      mithras.tech/

      Bildquelle: © Hans Reniers, Unsplash