Rettungssanitäter:innen für Haustiere

Bademeister in Elternzeit gründet Tierrettung
Zwei nasse Katzen in ein Handtuch gewickelt: Wer kümmert sich um Haustiere, wenn Menschen ins Krankenhaus müssen?
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    © Rebecca Campell, Unsplash

      Wer kümmert sich um Haustiere, wenn die Menschen, die sie beherbergen und pflegen, ins Krankenhaus müssen? Was passiert, wenn es länger dauert?

      Der Rettungssanitäter Kai Harstick und seine Kolleg:innen vom Deutschen Roten Kreuz stehen in ihrem Arbeitsalltag regelmäßig vor diesem Problem. Im Jahr 2020 beschlossen sie deshalb, etwas dagegen zu unternehmen. Sie ließen sich in der Tierrettung ausbilden und gründeten die Abteilung „Tierrettung/Fahrservice für alle Tiere e. V.“ des DRK-Kreisverbands Contwig.

      Seitdem konnten sie über 2.000 Tiere retten – nicht nur Haustiere in Not, sondern auch verletzte oder verstoßene Wildtiere. Auch Polizei und Feuerwehr verlassen sich auf ihre Hilfe, wenn sie es im Einsatz mit Exoten wie Skorpionen oder Schlangen zu tun haben.

      Das Notfallteam ist mit dem Tierrettungsfahrzeug täglich 24 Stunden in Bereitschaft. Die Koordination übernimmt Kai Harstick derzeit persönlich – als Bademeister in Elternzeit ist er viel zuhause. Unterstützt wird er durch ein Team von bis zu 40 Ehrenamtlichen, die dabei helfen, die geretteten Tiere an Tierheime, Privatpersonen, Gnadenhöfe oder Wildtierauffangstationen zu vermitteln. Das Team punktet mit geballter Kompetenz: Tierärzt:innen und -pfleger:innen, Jäger:innen, Falkner:innen und Biolog:innen packen mit an.

      Überregionale Bekanntheit

      Interviews beim Sender „SWR Heimat“ und der „Landesschau Rheinland-Pfalz“ machten Kai Harstick und sein Team überregional bekannt. Im August gewannen sie den Publikumspreis bei der „SWR-Ehrensache 2021“ – sogar Zuschauer:innen aus den USA stimmten für die Contwiger Tierretter:innen. Dazu beigetragen hat möglicherweise auch die Tatsache, dass sie bei der Flutkatastrophe in Ahrweiler an vorderster Front zurückgelassene und notleidende Tiere gerettet haben.

      Um die Bereitschaft des Teams und weitere Sondereinsätze wie die in Ahrweiler finanzieren zu können, ist der gemeinnützige Verein auf Spenden angewiesen. Mitgliedsbeiträge und kleine Gebühren durch Tiertransporte für verhinderte Tierhalter:innen reichen nicht aus, um zum Beispiel die laufenden Kosten für das Einsatzfahrzeug zu decken. Durch die Pandemie stiegen auch die Kosten für Schutzanzüge und -handschuhe deutlich an.

      Spenden dringend benötigt

      Die größte Befürchtung des Teams ist deshalb, dass das Geld ausgehen könnte. Ohne ausreichendes Budget können die Ehrenamtlichen nicht sicher arbeiten oder zum Einsatzort gelangen – und das, obwohl genug personelle Ressourcen zur Verfügung stehen. Sie hoffen jetzt darauf, dass sich die mediale Aufmerksamkeit im wahrsten Sinne des Wortes auszahlen wird.

       

      Quellen und weiterführende Links:
      https://www.swr.de/heimat/pfalz/2000-tiere-gerettet-ein-notdienst-fuer-hilfsbeduerftige-tiere-100.html
      https://www.facebook.com/Tierrettung-Fahrdienst-f%C3%BCr-alle-Tiere-Saar-Pfalz-106842291040159/
      https://www.wochenspiegelonline.de/fileadmin/epaper/2021/kw18/20210508_WSZWB.pdf
      https://www.rheinpfalz.de/lokal/zweibruecken_artikel,-kai-harstick-von-der-tierrettung-gewinnt-swr-ehrensache-_arid,5246037.html
      https://www.domradio.de/audio/tierrettung-im-flutgebiet-ein-interview-mit-kai-harstick-drk-rettungssanitaeter-tierrettung

      Bildquelle: © Rebecca Campell, Unsplash