Signale im Weltraum: das Wochenwow

Neues aus dem Zentrum der Milchstraße
schematische Darstellung von der MIlchstraße Richtung Erde gesendeter Signale
#spacewow #sciencewow
    © Sebastian Zentilomo, University of Sydney

      Wer diese Zeilen liest, hört möglicherweise sogleich – so erging es Teilen der Redaktion – die Titelmelodie einer weltweit bekannten TV-Serie aus den Neunzigern. „Wir sind nicht allein.“ Da kann es schonmal melodisch werden.

      Melodisch waren die Signale nicht, die das ASKAP (Australian Square Kilometre Array Pathfinder, Radioteleskop im Westen Australiens) empfing. Gleichwohl schien die Sendung einer Gleichmäßigkeit zu unterliegen, die möglicherweise ausschließt, dass sie von einem Pulsar oder flackernden Stern stammten.

      Mal wochenlang, mal verhältnismäßig kurz aktiv: Die sogenannten polarisierten Signale (anders als die polarisierenden Signale, die derzeit von der werdenden deutschen Regierung ausgehen, doch das ist ein komplett anderes Thema) mit dem pittoresken Namen ASKAP J173608.2–321635 wurden bereits im letzten Jahr aufgezeichnet, genauer zwischen Januar und September 2020. Sechsmal in dieser Zeit wurde dieselbe Quelle lokalisiert: die Mitte der Milchstraße, unserer Heimatgalaxie.

      Was ist es und wo genau kommt es her?

      Institutionen aus acht Ländern auf insgesamt vier Kontinenten sind an der Erforschung und Auswertung der empfangenen Signale beteiligt, darunter das Max-Planck-Insitut in Bonn.
      Jetzt ist natürlich die Frage interessant, ob es sich um außerirdisches Leben handelt oder um einen massearmen Stern, ein substellares Objekt oder einen vorübergehenden Magnetar. Es könnte natürlich auch schlicht eine flüchtige Radioquelle des Galaxiezentrums sein, doch nichts von alldem erklärt das beobachtete Phänomen in Gänze.

      Wir müssen vielleicht nicht gleich die ganze Menschheit umsiedeln. Ein bisschen Demut dem Universum gegenüber, in dem wir leben, reicht eventuell schon. Das könnte einen positiven Einfluss auf unseren Umgang mit dem Planeten haben, den wir zurzeit bewohnen. Der uns freundlicherweise noch größtenteils lebensfreundliche Umgebung und theoretisch ausreichende Mengen an Lebensmitteln bereitstellt.

      Es liegt an uns, wie wir damit umgehen.

       

      Quelle und weiterführende Links:
      https://www.heise.de/news/Noch-nie-gesehen-Raetselhafte-Radiosignale-aus-dem-Zentrum-der-Milchstrasse-6216209.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE
      https://iopscience.iop.org/article/10.3847/1538-4357/ac2360
      https://theconversation.com/we-found-a-mysterious-flashing-radio-signal-from-near-the-centre-of-the-galaxy-167802

      Bildquelle: © Sebastian Zentilomo, University of Sydney